Sehnenentzündung

Sehnen stellen das Verbindungsstück zwischen Muskeln und Knochen dar. Sie gehen aus den Muskelfasern hervor und setzen an der Knochenhaut an. Eine Sehne kann sehr kurz oder auch sehr lang sein, breit oder schmal. Insbesondere am unteren Abschnitt des Pferdebeins gibt es einige sehr lange Sehnen, die anfällig für Verletzungen sind.

Sie werden in Strecksehnen (Endsehnen der Zehenstreckermuskulatur) und Beugesehnen (Endsehnen der Zehenbeugermuskulatur) eingeteilt. Dabei bezieht sich Beugung oder Streckung immer auf die Bewegungsrichtung des Gelenks, das der betreffende Muskel hauptsächlich bewegt: Die Zehenbeuger beugen die Zehengelenke, die Zehenstrecker strecken die Zehengelenke. Am Hinterbein z.B. kann diese Begriffsbestimmung verwirrend sein: Ein Zusammenziehen der Zehenbeugermuskeln führt dazu, dass die Zehengelenke gebeugt werden, das Sprunggelenk wird aber gleichzeitig gestreckt.

Eine Sehne wird aus vielen einzelnen Fasern gebildet, die aus Bindegewebe bestehen. Die Fasern sind parallel zueinander angeordnet. Die Fasern richten sich immer so aus, dass sie längs der Zugrichtung der Sehne verlaufen. Einzelne Fasern werden zu Faserbündeln zusammengefasst und die Faserbündel wiederum zu der gesamten Sehne. Dieser Aufbau führt dazu, dass Sehnen große Zugkräfte in Längsrichtung der Sehne aushalten können ohne zu zerreißen.

Aus folgenden Gründen treten Sehnenerkrankungen beim Pferd jedoch recht häufig auf:

  • Begrenzte Elastizität: Zu Beginn einer Belastung können sich Sehnen etwas in Zugrichtung ausdehnen. Relativ bald ist aber eine Grenze erreicht und die Sehne kann dem Zug nicht mehr weiter nachgeben. Wenn dieser Punkt erreicht ist, die Sehne also maximal gespannt ist, ist sie anfälliger für Verletzungen als eine entspannte Sehne.
  • Geringe Durchblutung: Sehnen werden nur schlecht durchblutet. Daher können sie im Fall einer Verletzung auch nur relativ langsam heilen, denn eine gute Durchblutung ist die wichtigste Vorraussetzung für die Reparatur von geschädigtem Gewebe. Man muss davon ausgehen, dass es mehrere Monate dauert, bis sich nach einer Sehnenverletzung wieder vollständig belastbares Bindegewebe gebildet hat.
  • Fehltritte: Fehltritte führen nicht zu einem geraden, sondern zu einem schrägen Zug an der Sehne. Dabei werden einzelne Fasern besonders stark gedehnt und können zerreißen.
  • Druckkräfte: Tritte in die Sehne können wegen der Längsanordnung der Sehnenfasern ebenfalls nur sehr schlecht ausgehalten werden.


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